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Foto #464: Verkehr

Lightpainting Kreuzung Nürnberg Nacht Fotografie

Ich mag solche Lightpainting Bilder. Das macht immer Spaß und bringt interessante Ergebnisse. Und niemand weiß was um alles in der Welt man da eigentlich macht. Und wenn man es den Leuten dann zeigt, sind sie sehr erstaunt. Ich mag auch den Kontrast in diesem Bild zwischen der Altstadt in Nürnberg links und den Neubauten, die vor 30 Jahren mal welche waren. Manche Lichter entscheiden sich für die Altstadtrichtung, manche für die Neubaurichtung. Der im Vordergrund ist noch unentschlossen. Das kann ich verstehen, zwischen zwei Eissorten auszuwählen kann mitunter auch sehr schwer sein.

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Foto #234: Hunger

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Wenn ich dieses Foto von einem Weihnachtsplätzchen (das hier ist nach den Marmeladenplätzchen übrigens Nummer 2 auf meiner Hitliste) anschaue, dann hätte ich jetzt echt gerne eins. Eins reicht schon, man kann es genießen, daran riechen, es auf seine Viskosität prüfen und dann mit einem bestimmten aber sanften Biss ein Stück abnehmen, ein Stück das sowohl die süße und weiche Ecke, aber auch die schokoladige und geschmacklich markante und dominante Mitte enthält, die durch die Härte der Schokolade auch leicht cruncht. Nach diesem kurzen Moment der Freude geht es aber erst so richtig los. Das dreieckige Stück, das durch die perfekte Beißtechnik ein gleichseitiges Dreieck mit den Maßen 60-60-60 ist, wird mit der Zunge leicht gegen den Gaumen gepresst und zerberstet in einer Geschmacksexplosion von tausend kleinen Krümeln, Schokostaub und eingearbeiteter Liebe, die sich nur durch äußersten Genuss aus dem Teig löst. Zunge und Mundinhalt gehen nun eine Symbiose ein, die Augen schließen sich automatisch und ein tiefer Zug Sauerstoff wird eingenommen um die Geschmackszellen ausreichend zu versorgen damit sie die volle Bandbreite der Reize überhaupt erst begreifen können. Der Herzschlag steigert sich, das Gehirn schüttet Dopamin aus, das Bewusstsein für Zeit und Raum verschwindet. Jetzt wird durch einen eleganten Zungenschwung der zerbissene Keks auf beide Backenzähne verteilt. Die zermahlen sanft aber dennoch bestimmt den Teig und mit jeder Zerkleinerung verbreitet sich das Aroma weiter im Mund, eine Kettenreaktion wird ausgelöst. Sämtlicher Speichel und Luft im Mund wird vom Aroma eingenommen und durch Durchmischen des Geschmacksmediums mit der Zunge kommt es wie beim Verbrennungsmotor zu einer sogenannten Knallplätzchenreaktion, bei der verdichtetes Aroma noch einmal gesteigert wird und sich in einem stirnanspannenden Gesichtsausdruck widerspiegelt. Langsam löst sich das Plätzchendreieck im Mund immer weiter auf und das Aroma wandert in Richtung Speiseröhre. Mit einem durchaus kräftigen, aber dem Aroma Tribut zollenden Schlucker wird das verarbeitete Plätzchenstück zum Verdauungssystem weitergeleitet, in dem sich auch der Rest des Körpers vom alles einnehmenden Aroma erfreuen kann. Nach erneuter Geruchsprobe, die mit einem ekstasischen Urteil besiegelt wird, folgen auch die nächsten beiden Dreiecksstücke. Beim letzten gibt es aber eine gewisse Demut und Trauer, da dem Verstand bereits klar ist dass es sich um das letzte Stück handelt, das Herz aber schlägt für den Geschmack weiter. Durch die Trauerhormone wird die Geschmackswahrnehmung nur noch gesteigert und nachdem auch das letzte Plätzchendreieck vom Hals durchgewinkt wurde, veranstalten die Nachgeschmacksaromen im Mund eine wahre Orgie der Fröhlichkeiten. Noch viele Minuten kann man sich dem wundervollen Geschmack des Plätzchens erfreuen, wobei die Schokolade für ein bleibendes Aroma sorgt, das von der weichen Plätzchenbasis getragen und unterstützt wird. Noch lange kann man mit der Zunge einzelne Krümel ertasten, und sie mit Fürsorge und weiterer geschmacklicher Zerberstung einnehmen. Aaaaachja, was für eine Vorstellung. Ist hier sonst noch jemand geil geworden? Ich schlage vor wir machen eine Pause.